Akutgeriatrie
Geriatrisches Assessment – Die Basis für eine individuelle Behandlung
Um älteren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten, führen wir bei Aufnahme in unsere alterstraumatologische Einheit ein strukturiertes geriatrisches Assessment durch.
Dieses umfassende Verfahren hilft uns, die körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten systematisch zu erfassen – und daraus individuelle Therapieziele und Behandlungsmaßnahmen abzuleiten.
Was wird untersucht?
Im medizinisch-pflegerischen Assessment erfassen wir:
- Mobilität – Wie gut ist die eigenständige Fortbewegung möglich?
- Kognition – Wie steht es um Gedächtnis und Orientierung?
- Stimmungslage – Gibt es Hinweise auf depressive Verstimmungen?
- Muskelkraft – Ist eine Schwäche vorhanden, die Stürze begünstigen könnte?
- Ernährungsstatus – Besteht eine Mangelernährung?
- Selbsthilfefähigkeit – Wie selbstständig ist die Alltagsbewältigung?
Ergänzend prüfen wir im sozialen Assessment:
- Soziales Umfeld – Gibt es Angehörige oder ein unterstützendes Netzwerk?
- Wohnsituation – Ist das Wohnumfeld altersgerecht gestaltet?
- Häusliche Aktivitäten – Welche Aufgaben können noch übernommen werden?
- Hilfsmittelbedarf – Welche Unterstützungen sind nötig?
- Rechtliche Rahmenbedingungen – Liegen Vollmachten oder Verfügungen vor?
Ziel des Assessments
Das geriatrische Assessment ist die Grundlage für eine gezielte, individuelle Therapieplanung. Es hilft uns, die Behandlung optimal an vorhandene Stärken und mögliche Defizite anzupassen – sei es bei der Mobilisation, der Medikation, in der Pflege oder bei sozialer Unterstützung.
Durch diese ganzheitliche Herangehensweise können:
- Krankenhausaufenthalte verkürzt oder wiederholte Einweisungen vermieden werden,
- drohende Pflegebedürftigkeit verhindert oder hinausgezögert werden,
- Selbstständigkeit und Lebensqualität langfristig erhalten bleiben.
Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Rückkehr in das bisherige Umfeld nicht möglich ist, organisieren wir gemeinsam mit dem Sozialdienst und den Angehörigen frühzeitig die passende weitere Versorgung.
