Geburtshilfliche Studie

ICP-Net

Netzwerkstudie zur Erfassung von Schwangerschaften mit intrahepatischer Schwangerschaftscholestase (ICP)

 

Was ist ICP?

Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase (ICP) ist eine Lebererkrankung, die ausschließlich während der Schwangerschaft auftritt. Etwa 0,4–1 % aller Schwangeren sind betroffen – damit ist sie die häufigste schwangerschaftsbedingte Lebererkrankung. ICP kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind ernsthafte Risiken mit sich bringen, darunter Frühgeburten, Herzrhythmusstörungen beim Kind, u.ä. In sehr seltenen Fällen kann es auch zum Versterben des Kindes im Mutterleib kommen.

Wie eine ICP am besten erkannt und behandelt werden soll, ist bislang noch nicht einheitlich geregelt.

 

 Was ist ICP-NET?

ICP-NET ist ein deutschsprachiges Forschungsregister, das Daten von Schwangeren mit ICP systematisch erfasst und auswertet. Die Studie läuft bundesweit an mehreren großen Geburtskliniken und wird von der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) unterstützt.

Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie ICP diagnostiziert und behandelt wird – und welche Auswirkungen die Erkrankung auf Mutter und Kind haben kann. Die Teilnahme ist freiwillig. Alle Daten werden in den beteiligten Kliniken in Deutschland und Österreich ohne Namensbezug, anonym, einheitlich und digital erfasst. Im Rahmen der Studie erfolgen keine zusätzlichen therapeutischen Maßnahmen; es wird ausschließlich der Schwangerschaftsverlauf dokumentiert. Die Ethikkommission der Landesärztekammer Baden-Württemberg hat die Studiendurchführung als unbedenklich eingestuft.

 

Was sind die Ziele?

ICP-NET soll dazu beitragen:

  • Frühzeitige Warnzeichen und Risikofaktoren für ICP besser zu erkennen
  • Den Krankheitsverlauf besser zu verstehen
  • Die Versorgung von betroffenen Schwangeren zu vereinheitlichen und zu verbessern
  • Langfristige Nachsorgekonzepte für Mutter und Kind weiterzuentwickeln
     

Wie kann ich als Patientin mit oder nach ICP zu dieser Studie beitragen?

Wenn Sie selbst von einer ICP in der Schwangerschaft betroffen sind oder eine Schwangerschaft mit ICP hinter sich haben, können Sie uns gerne Ihre klinischen Daten zur Verfügung stellen, um uns beim Erreichen unserer o.g. Ziele zu helfen. Kontaktieren Sie uns dazu gerne unter: GYA@elikh.de

Einen Termin zu einem persönlichen Beratungsgespräch bei Prof. Bohlmann als lokalem Studienleiter können Sie in der gynäkologischen Ambulanz (Tel 07621 1714220) vereinbaren.

 

Welche Kliniken sind beteiligt?

Gemeinsam begleiten die derzeit beteiligten Prüfzentren jährlich fast 25.000 Geburten. Auf dieser Grundlage ist zu erwarten, dass innerhalb des Netzwerks etwa 90–230 Fälle von intrahepatischer Schwangerschaftscholestase (ICP) pro Jahr erfasst und wissenschaftlich ausgewertet werden können. Die breite klinische Expertise sowie die enge Zusammenarbeit der Zentren schaffen damit eine wertvolle Basis für eine verbesserte Datenerhebung, den wissenschaftlichen Austausch und die Weiterentwicklung der Versorgung betroffener Patientinnen.

 

Teilnehmende Kliniken

  • Universitätsmedizin Berlin Charité
  • Joseph Kliniken Berlin
  • Evangelisches Waldkrankenhaus Berlin Spandau
  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
  • Universitätsklinikum Düsseldorf
  • Bürgerhospital Frankfurt am Main
  • Diakoniekrankenhaus Freiburg im Breisgau
  • Universitätsklinikum Köln
  • Universitätsklinikum Leipzig
  • St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach
  • Medizinische Universität Wien
  • Universitätsklinikum Würzburg