Dreiland-Klinikum erweitert kardiologische Diagnostik: Myokardbiopsien ermöglichen präzisere Diagnosen von Herzmuskelerkrankungen

Chefarzt PD Dr. med. Michal Droppa

Die Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin am Dreiland-Klinikum hat erstmals erfolgreich Myokardbiopsien durchgeführt. Mit der hochspezialisierten diagnostischen Methode können Erkrankungen des Herzmuskels gezielt abgeklärt werden, wenn herkömmliche Untersuchungsverfahren keine eindeutige Ursache erkennen lassen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine noch präzisere Diagnostik und die Möglichkeit, Therapien frühzeitig individuell auszurichten.

Eine Myokardbiopsie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn trotz moderner Bildgebung oder einer Herzkatheteruntersuchung unklar bleibt, warum der Herzmuskel geschädigt ist. Dies kann beispielsweise bei einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), bestimmten Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) oder seltenen Speicherkrankheiten der Fall sein. „Mit der Etablierung der Myokardbiopsie erweitern wir unser diagnostisches Spektrum um ein Verfahren, das in ausgewählten Fällen entscheidende Informationen liefern kann. Gerade bei unklaren Herzmuskelerkrankungen ermöglicht uns die Gewebeuntersuchung, die Ursache deutlich präziser einzugrenzen und die Therapie gezielt darauf auszurichten. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das einen wichtigen Gewinn an diagnostischer Sicherheit und Behandlungsqualität“, erklärt PD Dr. Michal Droppa, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin.

Bei der Untersuchung werden über einen Katheter unter Röntgenkontrolle wenige Millimeter große Gewebeproben aus dem Herzmuskel entnommen. Der Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor unter sterilen Bedingungen sowie kontinuierlicher Überwachung von Herzrhythmus und Kreislauf. Die entnommenen Proben werden anschließend spezialisierten Untersuchungen unterzogen. Neben der feingeweblichen Analyse können je nach Fragestellung auch immunhistochemische oder virologische Untersuchungen durchgeführt werden. Dadurch lassen sich Entzündungen, Ablagerungen oder andere krankhafte Veränderungen des Herzmuskels zuverlässig nachweisen oder ausschließen.

Die Ergebnisse einer Myokardbiopsie können unmittelbare Auswirkungen auf die weitere Behandlung haben. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine entzündliche Herzerkrankung vorliegt, die eine gezielte immunsuppressive Therapie erforderlich macht, oder ob andere seltene Ursachen für die Herzmuskelschwäche verantwortlich sind. Gleichzeitig können bestimmte Erkrankungen sicher ausgeschlossen und unnötige Behandlungen vermieden werden.

Mit der erfolgreichen Durchführung der ersten beiden Myokardbiopsien baut das Dreiland-Klinikum seine kardiologische Expertise konsequent weiter aus. Das Verfahren ergänzt das bereits etablierte Spektrum moderner Herz-Kreislauf-Diagnostik und unterstreicht den Anspruch, Patientinnen und Patienten in der Region auch bei komplexen Herzerkrankungen eine Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau anzubieten.

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