Dreiland-Klinikum startet in das Jahr der Fertigstellung: Baukosten und Zeitplan angepasst

Im Oktober 2025 begann die finale Bauphase des Dreiland-Klinikums – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer wohnortnahen Medizin der Zukunft im Landkreis Lörrach. Die zeitgleich angekündigte neue Baukostenprognose liegt nun vor: Das Budget stieg von zuletzt 450 Millionen Euro auf 512,8 Millionen Euro. Berücksichtigt werden erwartete Mehrkosten durch gestiegene Löhne und Baupreise, zusätzliche Anforderungen aus der Medizinstrategie sowie gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards für kritische Infrastrukturen. Unerwartet entstanden weitere Kosten, nachdem der Generalplaner die Fertigstellungsdauer der Gewerke zur Umstellung auf eine ökologische Wärmeversorgung von sechs auf 18 Monate korrigierte. Als verbindlicher Fertigstellungstermin wurde der 31. Dezember 2026 mit den bauausführenden Unternehmen vereinbart.

„Trotz der verlängerten Bauzeit einzelner Gewerke und notwendiger Anpassungen bleiben wir auf Kurs und eröffnen nach Abschluss der Testphasen und Abnahmen im Frühjahr 2027 ein in jeder Hinsicht hochmodernes Dreiland-Klinikum“, betont Landrätin Marion Dammann, Vorsitzende des Aufsichtsrates. Gleichzeitig werden mögliche Schadenersatzansprüche wegen der Bauzeitverlängerung unter juristischer Begleitung geprüft, um die Interessen der Klinikgesellschaft zu sichern.

Bedeutung versorgungsrelevanter Nachrüstungen

Bei Großprojekten dieser Größenordnung vergehen von den konzeptionellen Vorbereitungen über Planungs- und Genehmigungsverfahren bis zur Aufnahme der Patientenversorgung in der Regel mehr als zehn Jahre. Anpassungen während der Bauphase sind daher auch beim Dreiland-Klinikum unverzichtbar, um bei der Eröffnung technisch auf dem neuesten Stand und zukunftssicher aufgestellt zu sein. Dabei gilt es, veränderte gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und zusätzliche gesetzliche Sicherheitsanforderungen an kritische Infrastrukturen (KRITIS) ebenso zu berücksichtigen wie den medizintechnischen Fortschritt und die zunehmende Ambulantisierung von Therapieangeboten. „Die Erfahrung zeigt, dass es wirtschaftlicher ist, bereits während der Bauphase umzuplanen und notwendige Anpassungen vorzunehmen, als später im laufenden Betrieb mit hohem Aufwand umbauen zu müssen – etwa durch das Öffnen von Decken und Wänden“, erläutert Thomas Schumacher, Direktor Facility Management und Projektleiter. „Alle, die Krankenhäuser im Betrieb umbauen müssen, wissen, wie mühsam, kostenintensiv und zugleich extrem belastend dies für Patientinnen und Patienten sowie für die Mitarbeitenden ist.“ 

Medizin der Zukunft

Das Dreiland-Klinikum bringt die Medizin der Zukunft zu den Menschen im Landkreis Lörrach. Dazu zählen ein bedarfsgerechtes, erweitertes Versorgungsangebot, ein hoher Digitalisierungsgrad sowie modernste Standards in Versorgungssicherheit und ökologischer Technologie. Die Energieversorgung wurde auf Erdwärme umgestellt, wodurch der Verbrauch fossiler Energien auf rund ein Prozent gesenkt und die Energieversorgung langfristig kostengünstig sowie zukunftssicher gestaltet werden kann. Allein diese Umstellung und die damit verbundenen Anpassungen in Planung und Ausführung führten zu einer verlängerten Bauzeit von zwölf Monaten und Mehraufwendungen in Höhe von 35 Mio. €. Die größten Kostentreiber waren jedoch die Preisschwankungen infolge des Ukrainekriegs sowie der Anstieg des Baupreisindex, die zusätzlich eine Mehrbelastung von 105,4 Mio. € verursachten. Trotz dieser Kostensteigerungen bleibt das Dreiland-Klinikum eines der wirtschaftlichsten Neubauprojekte in Deutschland.

Konsequente Spezialisierung

Die Medizinstrategie des Dreiland-Klinikums setzt auf die Spezialisierung der Fachabteilungen in interdisziplinäre medizinische Organzentren sowie sektorenübergreifende Versorgungsangebote. Dafür waren bauliche Anpassungen der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2017 notwendig. Um die Notfallversorgung nachhaltig zukunftssicher aufzustellen, sind u. a. die Umsetzung der G-BA-Vorgaben (Gemeinsamer Bundesausschuss) für ein Integriertes Notfallzentrum (INZ) und die enge Zusammenarbeit von Klinikum und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Rahmen des Gemeinsamen Tresens zielführend. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch eine am Versorgungsbedarf orientierte Umgestaltung des OP-Bereichs, die Einrichtung einer Palliativstation, moderne Versorgungskonzepte im Zentrum für Altersmedizin – etwa durch eine Special-Care-Unit Demenz – sowie eine vollständige digitale Vernetzung, die den Ansprüchen von Krankenhaus 4.0 gerecht wird. Damit werden optimale Voraussetzungen geschaffen, um flexibel auf die rasant entwickelnden Anwendungen Künstlicher Intelligenz in Diagnostik und Therapie reagieren zu können – immer mit dem Ziel effizienter, patientenorientierter Abläufe.

Modellprojekt Lörracher Weg

Vor 20 Jahren starteten das Kreiskrankenhaus Lörrach und das katholische St. Elisabethen-Krankenhaus den Lörracher Weg 1 und entschieden sich bewusst für Zusammenarbeit statt Konkurrenz. Heute vereint der Lörracher Weg 2 vier ehemalige Klinikstandorte auf einem gemeinsamen Gesundheitscampus im Dreiland-Klinikum und gilt in Fachkreisen als eines der anspruchsvollsten Transformationsprojekte im deutschen Gesundheitswesen und Modellprojekt für das Krankenhaus-Reform-Krankenhaus. „Möglich wurde dies durch mutige und vorausschauende Weichenstellungen, die bereits lange vor Inkrafttreten politischer Rahmen­bedingungen wie dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) getroffen wurden“, so Udo Lavendel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

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