Erfolgreicher Spendenlauf: Grundschulkinder aus Höllstein engagieren sich für schwangere Frauen in Not

Spendenscheck der Grundschule Höllstein (© Dreiland-Klinikum)

Der Tod mehrerer Säuglinge im Jahr 2025 in Südbaden hat viele Menschen tief erschüttert. Auch die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Höllstein setzten sich intensiv mit den Ereignissen auseinander – insbesondere mit dem Fund eines toten Neugeborenen in Hüsingen. Aus dem Wunsch heraus, nicht tatenlos zu bleiben, organisierten sie einen Spendenlauf. Mit dem Erlös von € 1.400 unterstützen sie gezielt die Informationsangebote der Kliniken des Landkreises Lörrach für schwangere Frauen in Not.

Ein zentrales Angebot in der Region ist die Möglichkeit der anonymen Geburt im St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach. Frauen, die ihre Schwangerschaft geheim halten möchten, können dort unter Wahrung ihrer Anonymität medizinisch betreut entbinden. Bereits während der Schwangerschaft erhalten sie Beratung und Begleitung. „Ziel ist es, werdenden Müttern einen geschützten Rahmen zu bieten und gefährliche Alleingeburten zu verhindern“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Bohlmann, Chefarzt des Zentrums für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Besteht nach einer Geburt zu Hause akuter Handlungsbedarf, gibt es zudem seit 2008 die Möglichkeit, ein Neugeborenes in der Babyklappe des St. Elisabethen-Krankenhauses in sichere Obhut zu geben. Das Kind wird dort unmittelbar medizinisch versorgt. Die Mutter hat anschließend mehrere Wochen Zeit, ihre Entscheidung zu überdenken und sich beim Krankenhaus zu melden.

Ausbau der Informationsangebote
Um diese Hilfsangebote sichtbarer zu machen und Hemmschwellen abzubauen, setzen die Kliniken des Landkreises Lörrach auf ein breites Maßnahmenbündel, das durch die Spende weiter ausgebaut wird. Dazu zählen Informationsangebote auf der Homepage und in der „Hallöchen“-App des Landkreises, Elternkurse sowie eine enge Zusammenarbeit mit Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen, Sozialdiensten und Familienberatungsstellen. Niedrigschwellige Zugänge – etwa telefonische Beratung oder persönliche, vertrauliche Gespräche – erleichtern den Zugang zusätzlich. „Wir verbinden sichtbare Präsenz mit vertrauensvoller Begleitung, damit werdende Mütter in Not die Angebote kennen, annehmen und konkrete Unterstützung erhalten“, betont Prof. Dr. med. Tilman Humpl, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.

Rektorin Doris Schack würdigt das Engagement ihrer Schulgemeinschaft: „Im Sinne unseres Leitbildes erziehen wir unsere Schülerinnen und Schüler zu mündigen Persönlichkeiten, die Verantwortung für sich und andere übernehmen. Die Spende ist Ausdruck eines Lebensraums, in dem Kinder ihre sozialen Kompetenzen aktiv leben und weiterentwickeln.“ Mit ihrem Spendenlauf setzen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Höllstein ein starkes Zeichen: für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für Menschen in Notlagen.

Bundesweite Vorreiterrolle beim Qualitätssiegel „Babylotse“
Die Kliniken des Landkreises Lörrach sind vom Qualitätsverbund Babylotse e. V. als bundesweit erste Einrichtung erfolgreich rezertifiziert worden. Bereits vor drei Jahren erhielt das St. Elisabethen-Krankenhaus als erste Klinik in Deutschland die Erstzertifizierung für das Qualitätssiegel „Babylotse“. Die erneute Auszeichnung bestätigt die hohe Qualität und kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots. Babylotsinnen begleiten werdende Eltern bereits ab der Anmeldung zur Geburt und unmittelbar nach der Entbindung. Sie unterstützen bei Anträgen, vermitteln Kontakte zu Beratungsstellen, Hebammen und weiteren Hilfsangeboten und stehen Familien bei Fragen oder Unsicherheiten zur Seite. In vertraulichen Gesprächen werden individuelle Bedarfe ermittelt und passgenaue Unterstützungsangebote organisiert – bei Bedarf auch mit persönlicher Begleitung. Ziel des Präventionsangebots ist es, Belastungen frühzeitig zu erkennen und Krisen zu vermeiden.

Mit ihrem Perinatalzentrum gewährleisten die Kliniken des Landkreises Lörrach eine hoch spezialisierte und umfassende Versorgung für werdende Mütter und ihre Neugeborenen – und damit ein hohes Maß an Sicherheit, auch bei seltenen und komplexen Situationen.

Kinder der Grundschule Höllstein mit Prof. Dr. Tilman Humpl, Rektorin Doris Schack und Prof. Dr. Michael Bohlmann (© Dreiland-Klinikum)

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Herzliche Einladung zum Tag der offenen Baustelle im neuen Dreiland-Klinikum.

 Die Baustelle des neuen Dreiland-Klinikums öffnet am 21. Juni 2026 von 11 bis 17 Uhr ihre Türen für die Öffentlichkeit.
An diesem Sonntag verwandelt sich das entstehende Dreiland-Klinikum in einen besonderen Erlebnisort für alle Interessierten.

Weitere Infos zum Programm, zur Anreise und zu Parkmöglichkeiten finden Sie hier. 

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