Kreiskliniken werden fit für die Zukunft gemacht

Vorzeitige Konzentration aller Abteilungen in Lörrach wird als weitere Option geprüft

Aufgrund von Inflation, weiter steigenden Kosten für Honorarkräfte und rückläufigen Patientenzahlen gehen die Kliniken des Landkreises in ihrer aktuellen Ergebnisprognose für dieses Jahr nun von einem Fehlbetrag von voraussichtlich EUR 34 Mio. aus. Angesichts dieser finanziellen Situation sieht die Geschäftsführung der Kliniken neben den beiden bekannten Alternativen des vorzeitigen Umzugs der Abteilungen in Rheinfelden oder Schopfheim eine weitere Option in der ergebnisoffenen Prüfung der Konzentration aller Abteilungen in Lörrach. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat der Kliniken in seiner letzten Sitzung nun der Kliniken-Geschäftsführung den Prüfauftrag für alle drei Optionen erteilt. Die endgültige Entscheidung, welche Abteilungen nach Lörrach umziehen, wird der Kreistag dann auf Grundlage dieser Prüfung in seiner November-Sitzung treffen. Zu den anstehenden Strukturveränderungen bei den Kliniken ist für den 17. Oktober eine öffentliche Informationsveranstaltung angekündigt.

Trotz stagnierender Patientenzahlen hat sich bei den Kliniken des Landkreises Lörrach die Anzahl der für den Betrieb von vier Standorten erforderlichen Honorarkräfte von zehn Personen im Jahr 2019 auf aktuell 130 Personen erhöht. Ein Problem, mit dem nicht nur der Landkreis Lörrach zu kämpfen hat. Während bundesweit aufgrund des Fachkräftemangels der Bedarf an Zeitarbeit explodiert, sind die Patientenzahlen in Deutschland durch Effekte wie die zunehmende Ambulantisierung und kapazitätsbedingter Wartezeiten bei Operationen immer noch ungefähr 12 bis 13 Prozent niedriger als 2019, also vor der Pandemie.

Konzentration von Ressourcen

„Wir müssen die Gesamtgesundheitsversorgung und die Notfallversorgung für den Landkreis dauerhaft sicherstellen. Angesichts der äußerst schwierigen finanziellen Situation, die jetzt vorliegt, müssen nun alle denkbaren Optionen geprüft werden, um bis zum Bezug des Neuen Klinikums für die Menschen im Landkreis trotz angespannter Personalsituation eine gute Gesundheitsversorgung aufrechterhalten zu können. Dazu ist der Abbau von Doppelstrukturen unerlässlich, die es den Kliniken auch erlauben, die Zahl der externen Honorarkräfte zu reduzieren und mehr auf die eigenen Mitarbeitenden zu setzen, die sich mit Herzblut für die Kliniken und ihre Patienten und Patientinnen engagieren“, betont die Aufsichtsratsvorsitzende, Landrätin Marion Dammann mit Blick auf die im Kreistag im November zur Abstimmung stehende Entscheidung über Umstrukturierungsoptionen und ergänzt: „Wir befinden uns gerade in einem dynamischen Prozess, der es von uns erfordert, funktionierende Lösungen zu finden. Mir ist bewusst, dass die anstehenden Veränderungen auch für Verunsicherung bei vielen Menschen sorgen, daher ist es notwendig, hier nun so schnell es geht, Klarheit zu schaffen. Besonders wichtig ist es jetzt, konsequent den Weg zum Neuen Klinikum zu gehen und für die in Rheinfelden und Schopfheim vorhandene Infrastruktur passende Zukunftskonzepte auch zur Notfallversorgung zu entwickeln.“

Mit der Entscheidung für den Gesundheitscampus und der Zusammenlegung von vier Standorten an einem hochmodernen und leistungsfähigen Klinikneubau hat der Landkreis Lörrach im Jahr 2017 schon sehr frühzeitig die Weichen gestellt für die langfristige Sicherung einer hochwertigen und wohnortnahen Patientenversorgung. Dies erweist sich nun eindeutig mit Blick auf die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland als richtiger Weg, doch müssen auch für die zwei noch verbleibenden Jahre bis zur Bezugsfähigkeit des neuen Kreiskrankenhauses für die Zwischenzeit Lösungen gefunden werden, wie die vorhandenen Personalressourcen so eingesetzt werden können, dass für alle Menschen im Landkreis eine optimierte Gesundheitsversorgung gewährleistet ist und auch die wirtschaftliche Komponente auf Dauer tragfähig bleibt. Zentrales Thema des Prüfauftrags wird jedoch die Gewährleistung der Notfallversorgung für die Bevölkerung im Landkreis Lörrach sein, die oberste Priorität hat. Hierzu werden neben der Prüfung der relevanten Zahlen auch die vor Ort agierenden Leistungserbringer miteinbezogen. Die Geschäftsführung der Kliniken des Landkreises wird dazu Vorschläge ausarbeiten.

Kommunikationsoffensive

Die Klinik-Geschäftsführung hat eine breit angelegte Kommunikationsoffensive gestartet. Neben den bereits installierten Dialogforen für die Mitarbeitenden wird es am 17. Oktober ab 19 Uhr in der Alemannenhalle in Maulburg auch eine Informationsveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit zu den Strukturveränderungen der Kliniken geben. Teilnehmen werden unter anderem Landrätin und Aufsichtsratsvorsitzende Marion Dammann und Klinken-Geschäftsführer Udo Lavendel. Auch für Bundestags- und Landtagsabgeordnete wird ein entsprechendes Format durchgeführt. Darüber hinaus wird ein monatlicher Jour Fixe installiert, um den Dialog mit den an der Notfallversorgung im Krankenhaus beteiligten Einrichtungen zu intensivieren und damit maximale Patientensicherheit zu gewährleisten. Für die Entscheidungsfindung im November werden für den Kreistag Daten zusammengetragen und die Ergebnisse der verschiedenen Gesprächsformate zusammengefasst und somit in die Entscheidungsfindung des Kreistags einfließen.

„Gesund im Landkreis Lörrach - zukunftsfest versorgt“

Bundesweit zeigt sich, dass die Zentralisierung von Notfallversorgungskonzepten und Leistungsbereichen auf einen oder wenige Standorte in einer Region dafür sorgt, dass dort die Qualität der Behandlungen steigt, da Fachwissen, Routine und interdisziplinäre Zusammenarbeit gebündelt werden. Mit dem Förderprojekt „Gesund im Landkreis Lörrach - zukunftsfest versorgt“ hat sich der Landkreis Ende 2022 auf den Weg gemacht, eine zukunftsfeste, integrierte und einwohnernahe Versorgung für den Landkreis Lörrach zu konzipieren. Aufgrund der sich durch die Zentralisierung des Klinikums verändernden Versorgungslandschaften insbesondere der Städte Rheinfelden und Schopfheim wurden diese als Projektpartner aufgenommen, um die sich aus der Zusammenlegung der Klinikstandorte ergebenden Herausforderungen zu adressieren. Ziel ist, die Vernetzung ambulanter und stationärer Leistungen weiter voranzutreiben und die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten auszubauen, um eine optimale medizinische Versorgung im Landkreis Lörrach zu gewährleisten.

Unterfinanzierung der Krankenhäuser in Deutschland

Beim Blick auf die aktuelle Situation der Krankenhäuser in Deutschland wird deutlich, wie wichtig eine umfassende Information der Öffentlichkeit ist. „Von Planungssicherheit kann bei den allermeisten Krankenhäusern aktuell keine Rede sein. Viele Kliniken ächzen unter der Last von steigenden Kosten, Inflation und neuen Tarifabschlüssen, sodass bei einigen offen ist, ob sie überhaupt bis zum Tragen der von der Bundesregierung angekündigten Gesundheitsreform durchhalten“, betont Udo Lavendelund ergänzt: „Diesem wollen und müssen wir vorbeugen, damit die Gesundheitsversorgung im Landkreis langfristig sichergestellt ist.“ Bundesweit leiden die Krankenhäuser unter einer unzureichend geklärten Finanzierung. Durch den Wegfall der in der Pandemie zur Verfügung gestellten Ausgleichszahlungen für freie Betten hat sich die Situation noch einmal deutlich verschlechtert. Daher fordern der Landkreistag und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft die vollständige und dauerhafte Finanzierung der Inflationskosten und der Tariflöhne sowie die Rücknahme der Kürzungen bei den Krankenhäusern, bevor die grundsätzliche Krankenhaus-Reform greift.

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