Vom Dreiland-Klinikum nach Afrika: Manchmal beginnt humanitäre Hilfe mit einer Sieb-Reorganisation.

Auf dem Foto zu sehen (von links nach rechts): Dr. Andreas C. Rudolph, Markus Rapp, Maik Strauchmann (stellv. AEMP-Leitung), Stefan Krämer und Dr. Tobias Berberich. Nicht im Bild: AEMP-Leitung Thorsten Schmitt.

Was ziemlich technisch klingt, erzählt bei uns gerade eine besondere Geschichte: über Patientensicherheit und Nachhaltigkeit, persönliches Engagement und eine Verbindung, die vor 14 Jahren in Lörrach begann und heute bis nach Afrika reicht.

Im Dreiland-Klinikum stellen wir derzeit gemeinsam mit Aesculap, der Chirurgie-Sparte des Medizintechnologieunternehmens B. Braun, unser OP-Instrumentarium neu auf. Unter der Leitung von Stefan Krämer, Leitung OP-Management und Zentrum für Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin, werden unsere OP-Siebe vereinheitlicht und standardisiert – für klarere Abläufe, einfachere Aufbereitung und noch mehr Sicherheit im OP.

Dabei werden Instrumente frei, die wir künftig nicht mehr benötigen. Aber sie haben längst nicht ausgedient. Denn viele sind weiterhin in einwandfreiem Zustand. In Abstimmung mit dem Dreiland-Klinikum stellt die B. Braun Deutschland GmbH & Co. KG einen Teil davon für humanitäre Einsätze von Interplast-Germany e. V. und dem Hammer Forum e. V. in Afrika zur Verfügung.

Dass daraus konkrete Hilfe wird, hat viel mit Markus Rapp, Vertriebsspezialist Sterilgutmanagement von B. Braun Deutschland GmbH & Co. KG zu tun. 2012 begleitete er unsere erste Sieb-Reorganisation und lernte dabei Dr. Andreas C. Rudolph kennen, der bereits seit 2009 Chefarzt unserer Klinik für Plastische und Handchirurgie ist. Dr. Rudolph berichtete ihm von seinen ehrenamtlichen Operationseinsätzen mit Interplast.

Aus einem Gespräch wurde eigenes Engagement. 2013 begleitete Markus Rapp seinen ersten Einsatz in Kamerun. Seither unterstützte er insgesamt sechs Einsätze in Kamerun und Uganda. Im November wird er erneut einen ehrenamtlichen Einsatz in Douala begleiten.

14 Jahre später schließt sich ein Kreis. Wieder werden unsere OP-Siebe reorganisiert. Wieder ist Markus Rapp dabei. Und dieses Mal bekommen Instrumente aus Lörrach ein zweites Leben in Afrika.

Wie wichtig diese Hilfe ist, wissen unsere Teams aus eigener Erfahrung. Dr. Andreas C. Rudolph war zuletzt mit Interplast-Germany in Uganda. An acht OP-Tagen führte das Team 60 Operationen durch – bei Menschen mit schweren Verbrennungsfolgen, Narben und Fehlbildungen.

Auch unser Chefarzt der Kinderchirurgie, Dr. Tobias Berberich, engagiert sich mit dem Hammer Forum. Bei seinem jüngsten Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo wurden innerhalb von zwei Wochen 143 Kinder operiert und rund 400 weitere untersucht und behandelt.

Für uns zeigt diese Geschichte, was Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ganz konkret bedeuten kann: Nicht alles, was wir nicht mehr benötigen, hat ausgedient. Ein Instrument verlässt unseren OP. Aber seine Aufgabe bleibt dieselbe: Menschen zu helfen.

Herzlichen Dank an B. Braun und Aesculap, Markus Rapp und alle Beteiligten, die das möglich machen – und an unsere Kolleginnen und Kollegen für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement.

Verantwortung endet nicht an Landesgrenzen.

Weiterführende Informationen und Spenden: www.interplast-schopfheim.de

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