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Auf dem Weg zum inklusiven Krankenhaus

Um Verbesserungsmöglichkeiten beim Krankenhausaufenthalt zu finden, dafür Lösungen zu erarbeiten und diese umzusetzen, haben die Kreiskliniken im Jahr 2017 eine durch Mittel des Fritz-Berger-Fonds geförderte Heilpädagogenstelle eingerichtet. Sie fungiert als Bindeglied zwischen den Kliniken und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Mit diesem Projekt nehmen die Kreiskliniken eine führende Rolle im Bereich der Inklusion in öffentlichen Krankenhäusern ein.

Landkreis Lörrach "ganz inklusiv"

Im Landkreis Lörrach leben rund 750 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in Einrichtungen. Allein im Jahr 2017 mussten sich knapp 200 von ihnen einer stationären Krankenhausbehandlung unterziehen, die zwischen einem Tag und drei Wochen dauerte. Während man andernorts eigene medizinische Behandlungszentren für Menschen mit geistiger Behinderung (MZEB) eingerichtet hat, gehen diese Menschen im Landkreis Lörrach ganz inklusiv ins „normale“ Krankenhaus.

Krankenhausaufenthalt als besondere Herausforderung

Im Alltag leben geistig und mehrfach behinderte Menschen häufig in spezialisierten Einrichtungen und werden dort auch ihren Bedürfnissen entsprechend begleitet. Ein Krankenhausaufenthalt stellt jedoch eine Herausforderung an alle Beteiligten dar. So haben Menschen mit Behinderungen in der Regel besondere Bedürfnisse im Hinblick auf Kommunikation, lassen sich manchmal nicht gerne anfassen oder benötigen eine besondere Form der Begleitung im Krankenhaus. Die ungewohnten Situationen im Krankenhaus können auch Stressreaktionen hervorrufen. Aufgrund der besonderen Individualität von Menschen mit Behinderungen sind allgemeingültige Lösungen nur in beschränktem Maße umsetzbar.

Mitarbeiter sensibilisieren

Daher gilt es in erster Linie, die Krankenhausmitarbeiter für den Umgang mit behinderten Patienten zu sensibilisieren. Eine Maßnahme hierzu war die Einführung von Schulungen, zunächst in Form von heilpädagogischem Unterricht in der hauseigenen Pflegeschule der Lörracher Kliniken. „Die Inhalte reichen von geschichtlichen und rechtlichen Aspekten über die Leichte Sprache bis hin zu praktischen Beispielen für den Umgang mit behinderten Menschen im Krankenhaus“, berichtet die Heilpädagogin Ilona Hülsmann. Sie hat die eigens eingerichtete Stelle der Inklusionsbeauftragten bei den Kreiskliniken seit 2017 inne und in diesem Rahmen bereits viel Aufbauarbeit geleistet. Das Schulungsangebot wurde inzwischen für die pflegerischen und die ärztlichen Mitarbeiter erweitert, die Erfahrungen sind sehr positiv.

Aufklärungsmappe, Begleitung für Patienten

Auch eine eigens erstellte Aufklärungsmappe soll Verbesserungen für Patienten mit Behinderungen in den Kreiskliniken bringen. Sie erklärt bestimmte Untersuchungen, wie Röntgen oder die Blutabnahme mit Foto und in Leichter Sprache und durchläuft derzeit eine Erprobungsphase. Des Weiteren sollen in den Kreiskliniken Stellen geschaffen werden, in dem Menschen mit Behinderungen sich um Patienten mit Einschränkungen kümmern können. Ein entsprechendes Praktikum von Klienten der Lebenshilfe auf der Geriatrie hatte positive Resonanzen. Die Praktikanten leisteten den Patienten Gesellschaft, redeten mit ihnen und erledigten kleine Botengänge.

„Ich habe noch viele Ideen und es gibt noch viel zu tun“, weiß Ilona Hülsmann. Die Kliniken im Landkreis haben sich auf den Weg zum inklusiven Krankenhaus gemacht, immer mehr Mitarbeiter sind sensibilisiert und ziehen an einem Strang.

Kliniken-Personalchefin Aenne Hildemann-Groß, Geschäftsführer Armin Müller, Inklusionsbeauftragte Ilona Hülsmann, Waltraud Hermann vom Landratsamt Lörrach

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