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Kreistagsentscheidung zu Zentralklinikum

Lörracher Weg 2.0 – Kreistagsentscheidung zu Zentralklinikum

Das Zentralklinikum für den Landkreis Lörrach wird kommen. Dies hat der Kreistag in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Der Neubau auf einem noch zu definierenden Grundstück ist das Herzstück einer gemeinsamen Medizinkonzeption der Kliniken des Landkreises Lörrach, des St. Elisabethen-Krankenhauses und des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) in Emmendingen. Oberstes Ziel dabei ist es, die Gesundheitsversorgung im Landkreis zukunftsorientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln. 

Inhalte der Konzeption

Die Konzeption unter dem Titel „Lörracher Weg 2.0“ sieht den Neubau eines Zentralklinikums der Kreiskliniken mit 650 bis 700 Betten im somatisch-psychosomatischen Bereich und die gleichzeitige Schließung der bisherigen Klinikstandorte Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim vor. Die somatischen Leistungsangebote des St. Elisabethen-Krankenhauses und der Kliniken des Landkreises Lörrach sollen zusammengeführt werden. Die Bettenzahl im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie soll erhöht und gleichzeitig die bereits vorhandenen teil-/vollstationären psychiatrischen Betten der Kliniken des Landkreises Lörrach an das ZfP Emmendingen übertragen werden; das ZfP plant hierfür einen eigenen Neubau in enger Anbindung an das Zentralklinikum. Die Fertigstellung des Zentralklinikumbaus ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Schließlich sollen die stationären und teilstationären Betten/Plätze im Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie des St. Elisabethen-Krankenhauses zu einem späteren Zeitpunkt auf das ZfP Emmendingen übertragen werden – dies, soweit wirtschaftlich und betriebsorganisatorisch möglich, unter Beibehaltung des jetzigen Klinikstandortes.

Ausgangslage

Das Gesundheitswesen in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruchprozess, der hohe Anforderungen an die Zukunftsfähigkeit der Krankenhäuser stellt. Zentrale Faktoren hierbei sind die medizinische und pflegerische Leistungsfähigkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Attraktivität eines Krankenhauses für seine Mitarbeiter und Patienten. 

Im Rahmen von Untersuchungen zu ihrer baulichen und strategischen Zukunftsplanung hatten die Kreiskliniken an allen drei Standorten erhebliche Investitionsbedarfe in der Bausubstanz und in den medizinischen Kernbereichen festgestellt. Mit diesen Defiziten ist den künftigen Anforderungen an ein Krankenhaus nicht mehr gerecht zu werden.

Prozedere

Auf der Basis fundierter Analysen wurden zunächst sieben Zukunftsszenarien für die Kreiskliniken entwickelt. Die enge Einbindung der Politik und die Information der Bürger waren den Verantwortlichen ein wichtiges Anliegen. So stellte man diese Zukunftsszenarien im Frühjahr 2015 in vier Bürgergesprächen landkreisweit vor und hörte die Fragen und Anliegen der Bürger hierzu. 

Nach intensiver Prüfung der sieben Varianten traf der Kreistag im Juli 2015 die Grundsatzentscheidung, nur noch drei Varianten weiter zu verfolgen. Unter Aufgabe je eines der beiden kleineren Klinikstandorte bedeutete dies den aufwändigen Umbau von zwei Standorten im laufenden Betrieb oder den Neubau eines Zentralklinikums. Auch erging der Auftrag, den Dialog mit dem Träger des St. Elisabethen-Krankenhauses bezüglich einer möglichen gemeinsamen Zukunftsplanung zu suchen.  

Resultat dieser Gespräche war die Bereitschaft des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, seinen Versorgungsauftrag im Sinne einer zukunftsfähigen Gesundheitsentwicklung und vor dem Hintergrund der Altersstruktur des Ordens an die Kreiskliniken zu übertragen. 

Angesichts der Größenordnung eines solchen Projektes kam nun nur noch die Weiterverfolgung der Variante „Neubau eines Zentralklinikums“ infrage. 

Weitere Gespräche bezüglich der psychiatrischen Versorgung im Landkreis mit dem Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen ergaben auch hier eine Bereitschaft zu einer intensivierten Kooperation. 

Somit war der Weg für eine Verschmelzung der somatischen Leistungen von Kreiskliniken und St. Elisabethen-Krankenhaus und einen Ausbau des psychiatrischen Angebots im Landkreis durch das ZfP Emmendingen, gekoppelt an einen Klinikneubau, bereitet. 

Sicherung der medizinischen Qualität

Die nachhaltige Sicherung einer guten medizinischen Versorgungsqualität und attraktiver Arbeitsplätze ist oberstes Ziel des Konzeptes „Lörracher Weg 2.0“. Grundvoraussetzung hierfür ist eine gewisse Größe. Diese wird mit der Zusammenführung der Leistungen aller drei Standorte der Kreiskliniken und des St. Elisabethen-Krankenhauses in einem neu zu bauenden Zentralklinikum erreicht. Das Leistungsangebot entspricht dann quantitativ und qualitativ dem einer maximalversorgenden Klinik. 

Die Verschmelzung des gesamten stationären somatischen Leistungsangebotes unter einem Dach zieht zahlreiche positive Effekte nach sich: Patienten und Mitarbeiter profitieren von kurzen Wegen, interdisziplinärer Austausch und Zentrenbildung werden gefördert, zentralisierte Versorgungsstrukturen, vor allem im Bereich der operativen und Intensivmedizin, ermöglichen mehr Flexibilität und Volumen, Arbeitsabläufe werden erleichtert, technisch und energetisch wird man auf dem neuesten Stand sein. Diese Effekte sind von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit eines Krankenhauses, da sie die Leistungsfähigkeit und die Attraktivität für Patienten und qualifizierte, motivierte Mitarbeiter positiv beeinflussen. 

Finanzierung

Die Gesamtinvestition für das Zentralklinikum beläuft sich auf mindestens 240 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für Grundstück und Erschließung. Die Investition ist durch die Kliniken-Gesellschaft selbst zu erwirtschaften und wirkt sich entsprechend auf das Jahresergebnis aus. Ab dem zweiten Bezugsjahr sollen sich die strukturellen Veränderungen deutlich positiv auswirken, so dass Wirtschaftlichkeitsberechnungen ab 2026 durchgehend positive Jahresergebnisse prognostizieren. Eine entscheidende Rolle hierbei spielen jedoch der Landesbasisfallwert, die Höhe der Förderung durch das Land Baden-Württemberg und die Höhe der Finanzierungszinsen.

Nächste Schritte

Nach der Entscheidung des Kreistages zum „Lörracher Weg 2.0“ muss das Konzept nun beim Landeskrankenhausausschuss eingereicht werden, dessen Zustimmung Grundvoraussetzung ist. Weitere Aspekte der Finanzierung, z.B. die Möglichkeit einer Bürgschaft durch den Landkreis, sind zu prüfen. Schließlich ging an Landrätin und Geschäftsführer der Auftrag, ein geeignetes Grundstück zu finden und beschlussreife Verträge mit dem St. Elisabethen-Krankenhaus und dem ZfP Emmendingen zu entwickeln.

 

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