Häufig gestellte Fragen

a) Neubau Zentralklinikum/St. Elisabethen-Krankenhaus/Psychiatrie

1. Wann wird der Einzug in das Zentralklinikum stattfinden?

Der Einzug ist nach bisherigen Planungen im ersten Quartal 2025 vorgesehen.

Projektierter Zeitablauf

2. Wie viele Betten wird das Zentralklinikum haben?

Die Kliniken des Landkreises Lörrach GmbH sind mit 517 Betten und das St. Elisabethen-Krankenhaus mit 195 Betten, jeweils ohne Psychiatrie, im Landeskrankenhausplan verzeichnet. Insgesamt sind dies 712 Betten.

Für den Neubau werden beim Landeskrankenhausausschuss 653 Betten beantragt. Dies sind 8% weniger als die derzeitigen Planbetten von den Kliniken des Landkreises Lörrach und dem St. Elisabethen-Krankenhaus zusammen.

Die aktuellen stationären und teilstationären Betten der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie der Kliniken des Landkreises Lörrach und des St. Elisabethen-Krankenhauses werden mit Inbetriebnahme des Zentralklinikums an das ZfP Emmendingen übertragen. Die Erwachsenenpsychiatrie wird auf circa 100 Betten erweitert.

3. Wird es im Zentralklinikum ein erweitertes medizinisches Angebot geben?

Qualitativ deckt das Leistungsportfolio des Zentralklinikums nahezu alle medizinischen Fachbereiche über alle Altersklassen von der Perinatalmedizin bis zur Geriatrie ab. Das urologische Leistungsangebot wird zukünftig als Hauptabteilung angeboten und vervollständigt damit das medizinische Portfolio sachgerecht. Das vollstationäre psychosomatische Leistungsangebot wird ergänzt durch eine psychosomatische Tagesklinik.

Im Zentralklinikum des Landkreises Lörrach werden nahezu alle medizinischen Fachgebiete mit ausreichenden Patientenzahlen vertreten sein. So können sowohl patientennahe, interdisziplinäre aber auch spezialisierungsfähige komplexe Angebote in wettbewerbsfähiger Qualität vorgehalten werden. Die neu geschaffene Vielfalt an medizinischer Expertise unter einem Dach ist ein weiterer Baustein zur Zukunftsfähigkeit dieser Versorgungsstruktur. Ob weitere Subspezialitäten angeboten werden können, wird in den nächsten Jahren konzipiert werden.

Für die Erstellung eines Medizinkonzeptes finden derzeit (Sommer 2017) unter Betreuung einer externen, spezialisierten Beratungsfirma intensive Gespräche mit allen Chefärzten statt. Dabei geht es um die Frage, welche Leistungen, zusätzlich zu den bestehenden, wir künftig wie anbieten können und wie wir dafür ggf. möglichst frühzeitig Weichen stellen können.

Kliniken des Landkreises Lörrach Grafik Somatik/Psychosomatik
4. Gibt es einen Architektenwettbewerb?

Als Grundlage einer bestmöglichen Gestaltung des Campus Zentralklinikum Lörrach soll nach dem Willen des Kreistages ein zweistufiger Planungswettbewerb durchgeführt werden.

Im Fokus der ersten Wettbewerbsrunde (Abgabeschluss 31.01.2018, Preisgerichtssitzung 16./17.02.2018) steht die Sammlung von kreativen Leitideen für die städtebauliche Grundkonzeption des Campusareals und für ein architektonisches Gesamtkonzept.

Zu den wesentlichen Aufgaben der zweiten Wettbewerbsrunde (Abgabeschluss 17.04.2018, Preisgerichtssitzung 27./28.04.2018) zählt die baumassenklärende Strukturplanung für das Klinikum und das Zentrum für Psychiatrie. Außerdem sollen verschiedene Typen von Stationen visualisiert werden. Schließlich steht die Definition derjenigen Parameter im Pflichtenheft, auf deren Basis dann die Erstellung des Bebauungsplanes durch die Stadt Lörrach erfolgt.

5. Können Mitarbeiter ihre Ideen bei der Planung des Zentralklinikums einbringen?

Zu gegebener Zeit ja!
Allen Verantwortlichen liegt viel daran, Anregungen seitens der Mitarbeiter aufzunehmen; wie dieses Potenzial und die Ideen strukturiert aufgenommen und verarbeitet werden können, wird noch geplant und zu gegebener Zeit rechtzeitig an die Mitarbeiter kommuniziert. Selbstverständlich werden Gespräche mit den Verantwortlichen der einzelnen Bereiche aller vier Standorte geführt, um Bedürfnisse, Wünsche und Ideen zu erfahren.
 

6. Was wird der Neubau kosten? Wer übernimmt die Kosten?

In der nachfolgenden Tabelle ist die Zusammenstellung der Kosten gezeigt. Dabei ist der Erwerb eines Grundstückes nicht eingerechnet. Erfahrungsgemäß beträgt der geschätzte Anteil der Förderung durch das Land ungefähr 50%.

Zusammenstellung der Kosten (brutto)

KG Kostengruppe
  KG 100+200 nicht eingerechnet, da aktuell wegen ausstehender Grundstücksthematik noch nicht greifbar 239 Mio.
300 Bauwerk - Baukonstruktionen 101 Mio.
400 Bauwerk - Technische Anlagen 83 Mio.
500 Außenanlagen 9 Mio.
600 Ausstattung und Kunstwerke nn
700 Nebenkosten (aus KG 300-600) 46 Mio.
7. Wie findet der Ausbau der psychiatrischen Versorgung statt?

Mit Blick auf die bereits bestehende, erfolgreiche Kooperation soll in unmittelbarer Anbindung an das neue Zentralklinikum ein in Trägerschaft des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen betriebenes „Zentrum für Seelische Gesundheit Lörrach“ mit den Fachdisziplinen Allgemeinpsychiatrie, Gerontopsychiatrie und Suchtmedizin entstehen.

Die bereits vorhandenen psychiatrischen Betten im Kreiskrankenhaus Schopfheim und die tagesklinischen Plätze am Kreiskrankenhaus Lörrach gehen in die Trägerschaft des ZfP über. Hieraus ergibt sich eine Bettenkapazität von ca. 120 Betten. Die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung sollte in Ergänzung und Vervollkommnung des Versorgungsangebotes der Bevölkerung im Rahmen dieser medizinischen Konzeptionierung vom St. Elisabethen-Krankenhaus an das ZfP übergehen.

Zukünftig würde damit die wesentliche Funktion des ZfP an seinem Standort Emmendingen für Patienten aus dem Landkreis Lörrach nicht mehr in der meist notfallmäßigen Aufnahme von generell schwer chronisch Kranken bestehen, sondern in der Übernahme von Patienten mit spezialisiertem psychiatrischem Behandlungsbedarf, der nur überregional vorgehalten werden kann.

8. Wird die Kinder- und Jugendpsychiatrie an ihrem bisherigen Standort bleiben?

Nach bisherigem Kenntnisstand besteht die Möglichkeit, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie am derzeitigen Standort im St. Elisabethen-Krankenhaus verbleibt.

9. Wie viele Mitarbeiter haben die Kreiskliniken und das St. Elisabethen-Krankenhaus?

Die Kliniken des Landkreises Lörrach und das St. Elisabethen-Krankenhaus beschäftigen derzeit zusammen rund 2000 Mitarbeiter.

10. Warum konnte es mit den Kliniken nicht so weiter gehen wie bisher?

Gesetzliche Veränderungen und Rahmenbedingungen ergeben für die deutschen Kliniken das dringende Gebot, alle Möglichkeiten zur Leistungsverbesserung sowie zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung zu nutzen. Nur durch eine optimale Nutzung aller materiellen und personellen Ressourcen sowie durch eine stringente Prozessorientierung ist das Ziel der qualitativ hochwertigen und ökonomisch tragfähigen Sicherung der Patientenversorgung nachhaltig erreichbar.

Diese Rahmenbedingungen verlangten von den Entscheidungsträgern der Kliniken des Landkreises Lörrach die konsequente Weiterentwicklung des "Lörracher Wegs 1.0". Die wesentlichen Eckpunkte der weiteren Entwicklung sollten folgende Ziele vereinen:

  • Zentralisierung von spezifischen Versorgungsstrukturen an einem Standort (z.B. Operative Medizin, Intensivmedizin, Notfallmedizin),
  • Verbesserte, fachübergreifende medizinische Zusammenarbeit (z.B. Darmkrebszentrum, Endoprothesenzentrum, Schmerzmedizin etc.),
  • Abbau von Bettenkapazitäten durch den Wegfall von Doppelvorhaltungen in der Inneren Medizin,
  • Sicherstellung einer bedarfsgerechten wohnortnahen Versorgungsstruktur,
  • Angemessene Instandhaltungs- und Investitionskosten,
  • Attraktivitätssteigerung gegenüber Patienten, niedergelassenen Ärzten, Krankenkassen, Mitarbeitern sowie potenziellen Bewerbern.

Die Kliniken des Landkreises Lörrach stellen eine wichtige Infrastruktur in der Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsdienstleistungen dar, denn die Zahl der Patienten steigt stetig. Zählte man im Jahre 2009 noch 17.000 stationäre Patienten, waren es im Jahr 2016 bereits über 25.000 Patienten. Dazu kommen rund 57.500 ambulante Patientenkontakte.

Diese Leistungsentwicklung stellt die Klinikstandorte der Kliniken des Landkreises Lörrach vor erhebliche räumliche und prozessuale Herausforderungen. Neben den eingeschränkten lagebedingten Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten am größten Klinikstandort Lörrach sind an allen drei Standorten erhebliche Investitionsbedarfe in den medizinischen Kernbereichen sowie in der Bausubstanz notwendig.

Die Investitionsbedarfe in Kombination mit den sich massiv ändernden Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung veranlassten die politischen Mandatsträger im Landkreis Lörrach, sich mit der zukünftigen Krankenhausstruktur auseinanderzusetzen.

11. Warum verfolgte man keine Konzentration am jetzigen Standort Lörrach?

Der Klinikstandort Lörrach weist, bei erheblichen Mängeln in puncto Betriebsabläufe, im Vergleich zu den Standorten Rheinfelden und Schopfheim noch die geeignetsten Strukturen auf. Gleichzeitig zeigt der Standort aber auch den größten baulichen Entwicklungsbedarf auf. Hier erfordern die „teuren“ Funktionsstellen wie Zentrale OP-Abteilung, Radiologie, Notaufnahme sowie die Pflegebereiche der Intensive und Intermediate Care in naher Zukunft umfangreiche Investitionen. Der Klinikstandort ist aufgrund seiner innerstädtischen Lage im Ortszentrum von Lörrach und der dort nur bedingt vorhandenen Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten in dem erforderlichen Maß erheblich eingeschränkt.

Die gesellschaftsrechtliche Integration des St. Elisabethen-Krankenhauses und die Übertragung und gleichzeitige Erweiterung der psychiatrischen Betten im Landkreis Lörrach durch das ZfP Emmendingen ziehen einen größeren Erweiterungsbedarf nach sich. Diese Erweiterung ist am heutigen Standort Lörrach nicht möglich. Ferner wären äußerst umfangreiche Baumaßnahmen über mehrere Jahre sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeiter eine nicht zumutbare Belastung, die in der Konsequenz immer noch keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten bieten würde. 

12. Nach welchen Kriterien wurde das Grundstück für das Zentralklinikum ausgesucht?

Die Städte und Gemeinden im Landkreis Lörrach wurden im Oktober 2016 aufgefordert, Grundstücksangebote bei den Kliniken einzureichen. Als Voraussetzungen wurden die „erforderlichen Grundstücksparameter und Anforderungen an die Grundstückofferten“ genannt.

Nach diesen Kriterien wurde eine Gewichtung in einer Bewertungsmatrix durch einen externen Berater vorgenommen. Nach Eingang der Offerten wurden die einzelnen Kriterien verglichen.

So entstand mit Hilfe der externen Beratungsfirma, einer Bewertungskommission des Landratsamtes und der Einschätzung durch ein klinikinternes Bewertungsteam die vorläufige Gewichtungsmatrix zu den drei eingegangenen Grundstücksofferten Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim. Diese Matrix wurde als lernendes System verstanden und sollte den Kreisräten als Hilfestellung zur Entscheidungsfindung dienen, um die Chancen und Risiken der einzelnen Standorte bestmöglich einschätzen zu können.

b) Sonstige Fragen

1. Wird das ambulo, bzw. werden die sonstigen Niedergelassenen am KKH Lörrach mit umziehen?

Diesbezüglich laufen Gespräche mit den Kooperationspartnern und Niedergelassenen am/im KKH Lörrach.

2. Wird das MVZ in Schopfheim mit umziehen?

Das MVZ im KKH Schopfheim wird in Schopfheim verbleiben, möglicherweise jedoch an einem anderen Standort. Sofern es möglich sein wird, entsprechende Facharztsitze zu erwerben, ist perspektivisch ein Ausbau des MVZ Landkreis Lörrach geplant.

3. Wie werden die dann übrig bleibenden Gebäude nachgenutzt?

Die Grundstücke der Kliniken in Lörrach und Schopfheim fallen nach Aufgabe der vollstationären medizinischen Funktionalität gemäß einer vertraglichen Vereinbarung wieder den jeweiligen Städten zu. Somit ist eine Nachverwertung dieser Areale Aufgabe der jeweiligen Kommune.

Die Betriebsstätte Rheinfelden ist Eigentum der Kliniken des Landkreises Lörrach GmbH. Im Hinblick auf eine künftige Nachnutzung konnte im Rahmen einer Bestandsanalyse festgestellt werden, dass eine Veräußerung des Grundstücks oder von Grundstücksanteilen für medizinische oder nicht-medizinische Nutzungen präferiert wird.

Grundstück und Gebäude des St. Elisabethen-Krankenhauses sind Eigentum des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul. Eine Fortführung der Kinder- und Jugendpsychiatrie am jetzigen Standort im Bereich des St. Elisabethen-Krankenhauses ist eine Option, die geprüft werden muss. Die Nachnutzung der übrigen Gebäude wird vom Eigentümer geprüft werden.

So 27.01., 13 - 17 Uhr

3 Kreiskliniken + St. Elisabethen-Krankenhaus:
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